1 Trauriger Status Quo in der Freizeitreiterszene
Viele Reiter kennen und praktizieren eine Reitweise, die der heutigen Zeit nicht mehr angepasst ist. Im alten Drill der Sportreiterei werden Pferd und Reiter in militärischem Ton angeherrscht, Dinge zu tun, die sie nicht verstehen und auch nicht können. Und damit wird Geld verdient, solange es Leute gibt, die das unterstützen.
Nicht selten erdulden immer noch viele Pferde mehr als 20 kg Kraftaufwendung auf jedem Zügel. Damit sie dennoch vorwärts laufen, wird mit allen Mitteln getrieben, zur Not mit Gerte und Sporen. Oberstes Gebot: geht das Pferd am Zügel? Dafür scheint jedes Mittel recht. Das Ergebnis: abgestumpfte Pferde, frustrierte Reiter, Rückenschmerzen bei Mensch und Tier. Die Pferde verlieren ihre natürliche Freude und Ausstrahlung und es schadet ihrer Gesundheit. Viel Geld wird in Hilfszügel, Sporen, Gebisse, Bandaschen, Gamaschen, Tierarzt und Training investiert. Ein teures und unbefriedigendes Hobby, wie wir finden!
Wir bieten Ihnen andere Möglichkeiten, mit dem Partner Pferd zu kommunizieren und auf eine logische und einfache Art für Pferd und Reiter zu einem gewaltfreien und schönen Miteinander zu kommen!
2 Unser Ziel
Am Ende einer soliden Ausbildung von Pferd und Reiter verständigen wir uns mit feinsten, fast unsichtbaren Hilfen, denen die Pferde gern und wie von selbst folgen. Die Pferde akzeptieren uns in unserer Leitrolle, dadurch sind sie ausgeglichen und sicher im Umgang. Die Pferde haben Spaß an der Arbeit, weil sie mit uns auf ihre Art kommunizieren und weil sie verstehen, was wir vermitteln. Eine große Ausgeglichenheit und Zufriedenheit bei Mensch und Tier stehen im Vordergrund. Entspannung auf und mit dem Pferd findet in unserer hektischen modernen Welt einen immer größeren Stellenwert. Zeit und Geduld für Pferd und Reiter werden bei uns groß geschrieben. Und noch eines ist uns wichtig: Spaß soll es machen! Unsere Reitschüler kommen mit und ohne eigenem Pferd, z. T. von Hanau und Frankfurt, weil ein entsprechendes Angebot in ihrer Nähe fehlt. Traurig für die vielen Pferde! Sicher ins Gelände und ein leicht zu versammelndes Pferd in der Bahn: das ist der größte Wunsch unserer Kunden und natürlich auch von uns!
3 Der gemeinsame Weg
Ein kompetenter und konsequenter Umgang mit dem Pferd steht am Anfang, egal ob vom Boden oder unter dem Sattel. So erzielen wir Harmonie zwischen Pferd und Reiter. Dazu müssen uns unsere Vierbeiner vertrauen und folgen, was wir ihnen durch Können und Wissen ermöglichen. Dadurch haben wir unser Pferd unter Kontrolle, da es uns folgt, weil es uns anerkennt und nicht, weil wir es zwingen. Und wenn einmal etwas nicht klappt, haben wir gelernt, woran es liegen kann und können es verbessern.
3.1 Horsemanship: Denken und handeln wie ein Pferd!
Zu aller erst müssen wir das Pferd in seiner Umwelt verstehen, um dann sein Denken in unser Handeln einzubeziehen. Da kommt es auf das Verständnis an, dass Pferde Herdentiere sind und gleichzeitig Fluchttiere. Natürlich muss man auch manchmal am Beginn einer Zusammenarbeit mit manch selbstbewusstem Vierbeiner das Rollenverständnis klären, wozu auch gehört, dass man sich nicht alles gefallen lässt. Andere wiederum brauchen Vertrauen. Man sollte sich jedoch nie auf einen Zweikampf einlassen, den am Ende immer nur das Pferd gewinnen kann. Wer auf die Idee kommt, an einem Halfter und Strick an 500 kg Pferd zu ziehen, handelt fahrlässig und gefährdet nicht nur sich und sein Pferd sondern auch seine Mitmenschen. Wie viele entlaufene Pferde verunglücken im Straßenverkehr, oft genug mit tödlichem Ausgang für die Beteiligten. Wie man Machtkämpfe und Gefahrensituationen vermeidet, Situationen richtig einschätzt, sondern mit solidem Wissen, das können Sie bei uns lernen!
Elemente: sichere Ausrüstung, Anbinden, Führtraining, Bodenarbeit, Verladetraining, Weidezaunbau, Herdenhaltung
3.2 Feinste Hilfen: leicht erklärt kann sie jeder verstehen und anwenden!
Ein unabhängiger Sitz ist die erste Herausforderung und für feine Hilfengebung das A und O. Erst danach wird bestimmt,
wie und wo das Pferd läuft, ob es versammelt ist oder nicht! Richtiger Sitz als elementare Verständigung, steht dabei im Vordergrund. Wenn der richtige Sitz gelernt ist, folgen alle anderen Lernschritte wie im Spiel und ganz von selbst! Gewichtshilfen und ihre Bedeutung kennen lernen, das ist ein weiterer elementarer Bestandteil unserer Reitweise.
Zügel und Schenkel werden nur im Bedarfsfall eingesetzt, dann aber korrekt. Das heißt nicht, dass wir total passiv auf dem Pferd sitzen, sondern wir geben mit jeder Hilfe einen eindeutigen Impuls, der im Bedarfsfall auch mal stärker sein kann, bei Reaktion des Pferdes darauf aber sofort wieder verringert wird.
Diese Lehrinhalte sind nicht neu, alte Reitmeister und Pferdekenner wie Robichon de la Guérrinière und Antoine de Pluvinel prägten diese Grundsätze. Bereits sie arbeiteten mit viel nordafrikanischen Pferden, die eifrig sind und einfach zu versammeln. Alles beruht auf jahrhundertealten, bewährten Erfahrungen verschiedener, aber verwandter Reitweisen. Neu ist das Zusammenfügen zu einer Reitweise, die relativ kurzer Zeit gelernt werden kann. Es ist ein Reiten, das trotz seiner Einfachheit wegen der altklassischen Lektionen zur Ausbildung auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Moderne Lehrer wie Philippe Karl, Bea Borelle, Ute Holm, Claus Penquitt und Peter Pfister lehren diese Leitsätze der Pferde- und Reiterausbildung unabhängig von der jeweiligen Sparte der Reiterei.
Eine individuelle Abstimmung von Unterricht auf Pferd und Reiter ist selbstverständlich. Die Lektionen werden logisch aufeinander aufgebaut, nicht Verstandenes wird gleich geklärt in entspannter und freundlicher Atmosphäre.
Elemente: richtiger Sitz, Gewichtshilfen, feine Zügelführung, angemessener Schenkeleinsatz, Lob und Tadel richtig anwenden
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