Es
macht wenig Sinn, den Berber nach seinen
Herkunftsländern in verschiedene Typen
einteilen zu wollen. Es scheint eher angemessen,
eine Typisierung nach äußeren Merkmalen
vorzunehmen, die wiederum von den Bedingungen
der unterschiedlichen Zuchtregionen geprägt
wurden.
Die Größe und das Gebäude des Pferdes werden maßgeblich
von seiner geografischen Herkunft beeinflusst. Pferde, die über Generationen
in so unterschiedlichen Gebieten wie fruchtbaren Küstenebenen, kargen Gebirgen,
kalten und steppenartigen Hochebenen oder am Rande der Sahara gezüchtet
wurden, unterscheiden sich zum Teil erheblich im Aussehen. Es ist nur natürlich,
dass Temperatur und Niederschläge großen Einfluss auf die Vegetation
haben und dass die Entwicklung eines Tieres zusammenhängt mit seiner Ernährung
und seiner Umwelt. Selbstverständlich hat auch der Mensch durch seine Auslese
großen Einfluss auf Aussehen und Charakter der Tiere.
Hält man sich das riesige Zuchtgebiet
vor Augen, das sich im Wesentlichen von Südmarokko
bis nach Tunesien auf über 3.000 Kilometer
erstreckt, ist die Bildung von lokalen Typen
nicht verwunderlich und hat ihre Berechtigung.
Nur an die jeweils vorherrschenden Klimabedingungen
und Nutzungsweisen angepasste Pferde bringen
die beste Leistung. In den regenreichen und
fruchtbaren Küstenebenen in Algerien und
Marokko sind die Pferde schwerer, größer
und in unseren Augen vielleicht weniger charakteristisch
für ihre Rasse. In den Bergregionen sind
die Tiere stämmiger und weniger elegant.
In den Hochebenen findet man ein gut entwickeltes,
harmonisches, gut genährtes Berberpferd,
das man vielleicht als am typischsten einstufen
kann. Die Pferde am Rande der Sahara sind leichter,
hochbeiniger und sehr elegant. Aber so grundverschieden
diese Typen alle sein mögen, sie haben
doch eines gemeinsam: die legendären Qualitäten
des Berbers. |