Rettung aus Marokko
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Rettung aus Marokko: Königliches Streusalz für deutsche Straßen
Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/streusalz100.html

Schnee und Eis auf den Straßen - in manchen Regionen ist es schwer, die Fahrbahnen frei zu bekommen. Die Streudienste würden noch mehr Sonderschichten einlegen, aber ihnen geht das Salz aus. Wer dennoch auf einer eisfreien Straße unterwegs ist, hat das oft dem Königreich Marokko zu verdanken.

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Nordwestafrika

Bei dauerhaftem Winterwetter können die Streusalzvorräte knapp werden.

Schon seit Wochen immer wieder Neuschnee und Glatteis: das lässt die Menschen frieren, die Autos rutschen, aber die deutschen Salzreserven zusammenschmelzen. Krisenpläne werden aufgestellt, präventiv wird nicht mehr gestreut, Städte und Gemeinden bekommen kein Salz mehr zugeteilt, den letzten Rest verteilt die Autobahnmeisterei.

Die Rettung kommt aus dem Königreich Marokko: Gerade ist der Frachter "MS Tiwala" im Hamburger Hafen eingelaufen - mit 5000 Tonnen Salz an Bord. Ali Aitseddik dürfte der winterliche Held so mancher deutscher Autofahrer sein – er ist Generaldirektor der Salzwerke von Mohamedia: "Unser Salz wird vor allem zum Streuen verwendet. Natürlich hat jedes Salz dieser Welt diesen Schmelzeffekt, aber das marokkanische Salz hat eine besonders gute Qualität. Es wird in Europa in der Güteklasse A eingestuft, weil es zu mehr als 98 Prozent aus reinem Kochsalz besteht."

Qualität hat ihren Preis
Eine Schiffsladung wie die der "Tiwala" kostet bis zu 200.000 Euro. Ein gutes Geschäft für Marokkos Salzproduzenten Nummer eins: Seit 2005 liefern die Salzwerke pro Jahr 150.000 Tonnen Streusalz nach ganz Europa – Spitzenkunde aber ist Deutschland, sagt Aitseddik. Mehr als die Hälfte von Marokkos Streusalz landet auf den Autobahnen zwischen Kiel und Passau.
Marokkanisches Streusalz für deutsche Straßen
"Die Nachfrage ist riesig", sagt Aitseddik. "Wir raten unseren Kunden immer, ein bisschen was auf Lager zu behalten, denn wir tun zwar alles, was wir können, aber alle wollen Salz zur gleichen Zeit. Das bringt auch uns an den Rand der Kapazitäten. Und selbst wenn wir genug Salz produzieren können – es muss ja noch in den Hafen gebracht und verladen werden. Man muss auch an die ganze Logistik denken."
Salz-Nachschub ist unterwegs

Aitseddiks Salzgesellschaft baut Salz unter Tage in einer Mine nahe Mohamedia ab, nur 20 Kilometer von Casablanca entfernt, in mehr als 500 Metern Tiefe. Eigentlich wird das Salz in der chemischen Industrie genutzt, vor allem für die Herstellung von Kunststoffen und Chlor. Aber besonders die Verbindung zu Deutschland hat dazu geführt, dass die Salzwerke nun Streusalz zum Exportschlager Nummer eins gemacht haben.

"Wir sind natürlich sehr stolz darauf, unseren deutschen Freunden zu helfen", erklärt Aitseddik. "Denn wir profitieren ja auch in unseren Minen von deutscher Technik und deutschem Wissen, und da wollen wir natürlich, dass die Deutschen mit uns zufrieden sind."

Und was, wenn das Chaos von Schnee und Eis noch länger anhält? "Keine Sorge", sagt Aitseddik. "Nachschub ist schon unterwegs." Das Schwesterschiff der Tiwala wird in den nächsten Tagen in Hamburg einlaufen. Und spätestens dann kann weitergestreut werden. Mit bestem Salz aus dem Königreich Marokko.

Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/streusalz100.html

 

Zum Bericht: »Marokko liefert Salz für Deutschlands glatte Straßen [A. Göbel, ARD Rabat]
Zum Weltatlas: »Marokko


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